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foodwatch fordert „Ampel-Kennzeichnung“ für mehr Transparenz in der Lebensmittelindustrie
Foto: Foodwatch.de / Presse

Ernährung

foodwatch fordert „Ampel-Kennzeichnung“ für mehr Transparenz in der Lebensmittelindustrie

25. Juni 2009 – Seit sieben Jahren macht der politisch und finanziell unabhängige Verein „foodwatch“ immer wieder auf sich aufmerksam, wenn es darum geht, für Verbraucherinteressen im Bereich Ernährung einzutreten.


Foodwatch setzt sich für gesunde und sichere Nahrungsmittel ein, fordert Transparenz auf dem Lebensmittelmarkt und gibt dem Verbraucher die Möglichkeit, sich für Qualität, Vielfalt und Natürlichkeit seines Essens stark zu machen. So kämpft der Verein aktuell darum, dass die Zusammensetzung von Lebens- und Nahrungsmitteln schon auf der Verpackung erkennbar sein soll: Der Verein fordert die Einführung der „Lebensmittel-Ampel“.

Diese Kennzeichnung würde auf den ersten Blick erkennen lassen, wie viel Fett, Zucker und Salz ein Produkt enthält. Die kundenfreundliche Nährwertangabe mittels Ampelfarben gibt es bereits in Großbritannien und ermöglicht den Verbrauchern einen schnellen Vergleich der Gehalte an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz. Die Farbe Rot steht für einen hohen Gehalt, Gelb für einen mittleren und Grün für einen geringen Gehalt der entsprechenden Zutaten. Der Ampel-Initiative steht die Forderung der Lebensmittelindustrie und der Politik entgegen.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner vertritt die Meinung, das von der Industrie entwickelte und bereits von Firmen wie Kellogg's und Nestle verwendete GDA-Modell sei die bessere Alternative. GDA steht für „Guideline daily amount“ (Richtlinie für den täglichen Bedarf) und kennzeichnet den Gehalt an Kalorien, Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz pro Portion. Prozentangaben geben den Anteil am täglichen Bedarf an. Eine farbliche Kennzeichnung wie bei der Ampel-Lösung gibt es nicht.

Der Nachteil der GDA: Die Hersteller wählen die angegebene Portionsgröße selber und können so ihre Nährwertangaben beeinflussen. Je kleiner die Portion, desto geringer fällt natürlich auch der Zucker- oder Fettgehalt des Produktes auf der Packung aus. Ein klarer Trick, welcher laut foodwatch den Verbraucher täusche und genau deshalb das bevorzugte Modell der Lebensmittelindustrie sei.

Allerdings hat foodwatch Anfang Juni Unterstützung des Tiefkühlprodukte-Herstellers Frosta bekommen. Die mittelständische Firma hat als erstes deutsches Unternehmen freiwillig die Lebensmittel-Ampel eingeführt, welche ab August vorerst auf vier Produkten zu sehen sein wird. Damit entspricht Frosta der Forderung von 67 Prozent der Bundesbürger, welche sich in einer repräsentativen Emnid-Umfrage Anfang des Jahres für die Einführung der Ampel auf Lebensmitteln ausgesprochen hatten.

Mehr Infos:
www.foodwatch.de
www.tns-emnid.com

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